Die Rettungskette
Alles im Nothelferkurs baut auf einem Bild auf: der Rettungskette. Jedes Glied muss greifen, sonst reisst die Kette. Die ersten drei Glieder bist du als Ersthelfer – und genau hier entscheidet sich oft, ob jemand überlebt.
Die ersten drei Glieder entscheidest du.
Selbstschutz: Sehen – Denken – Handeln
Bevor du eingreifst, verschaffst du dir in wenigen Sekunden einen Überblick: Was ist passiert? Welche Gefahren bestehen für mich, die Betroffenen und andere? Was ist zu tun? Dein Selbstschutz steht immer an erster Stelle.
Bei einem Verkehrsunfall heisst das: Warnblinker an, Warnweste anziehen, Pannendreieck mindestens 50 m (auf der Autobahn 100 m) vor der Stelle aufstellen und andere warnen. Achte auf den fliessenden Verkehr, auslaufenden Treibstoff, Feuer oder Strom. Erst wenn die Stelle gesichert ist, kümmerst du dich um die verletzte Person.
Den Notruf richtig absetzen
Ruf früh an – lieber einmal zu viel als zu spät. Bei einem medizinischen Notfall wählst du die 144.
Am Telefon beantwortest du ruhig die fünf W-Fragen:
- Wo ist es passiert?
- Was ist passiert?
- Wie viele Personen sind betroffen?
- Welche Verletzungen oder Beschwerden?
- Warten – leg nie zuerst auf, die Einsatzzentrale beendet das Gespräch.
Die Nothilfepflicht
In der Schweiz ist Helfen nicht freiwillig, sondern Pflicht. Nach Artikel 128 des Strafgesetzbuches besteht eine gesetzliche Nothilfepflicht – wer einem Menschen in Lebensgefahr die zumutbare Hilfe unterlässt, macht sich strafbar. «Zumutbar» heisst: im Rahmen deiner Möglichkeiten und ohne dich selbst ernsthaft zu gefährden. Schon einen Notruf abzusetzen erfüllt im Minimum die Pflicht. Wer nach bestem Wissen hilft, muss keine rechtlichen Folgen fürchten – Nichtstun ist das eigentliche Risiko.