Der lebensrettende Handlungsablauf
Bei einer bewusstlos wirkenden Person folgst du immer demselben Schema. Zwei einfache Fragen entscheiden über alles Weitere: Reagiert sie? Und atmet sie normal?
Reagiert? Atmet normal? – diese zwei Fragen führen dich durch jeden Notfall.
So prüfst du das im Detail: Sprich die Person laut an und rüttle sanft an den Schultern. Bekommst du keine Reaktion, ruf um Hilfe und öffne die Atemwege, indem du den Kopf vorsichtig in den Nacken neigst und das Kinn anhebst. Dann prüfst du höchstens zehn Sekunden lang die Atmung: Hörst und fühlst du Atemzüge, hebt sich der Brustkorb? Vereinzelte Schnappatmung gilt nicht als normale Atmung.
Das ABCD-Schema
Das systematische Werkzeug zur Beurteilung und Versorgung ist das ABCD-Schema. Es gibt dir eine feste Reihenfolge, damit du im Stress nichts Lebenswichtiges vergisst.
Immer in dieser Reihenfolge – A vor B vor C vor D.
Die stabile Seitenlage
Eine bewusstlose Person, die normal atmet, kommt in die stabile Seitenlage. So bleiben die Atemwege frei und Erbrochenes oder Blut kann abfliessen, statt in die Lunge zu gelangen. In vier Schritten:
- Knie dich neben die Person und winkle den nahen Arm im rechten Winkel nach oben ab.
- Lege den fernen Arm über die Brust, den Handrücken an die Wange der Person.
- Hebe das ferne Bein am Knie an und drehe die Person damit zu dir herüber auf die Seite.
- Überstrecke den Kopf leicht, richte den Mund zum tiefsten Punkt aus. Atmung weiter beobachten, Notruf 144 absetzen.
Bergen aus der Gefahrenzone
Liegt eine Person in akuter Gefahr – etwa im brennenden oder verqualmten Auto – musst du sie zuerst retten. Dafür dient der Rautek-Rettungsgriff: Du fasst von hinten unter den Achseln hindurch, greifst mit beiden Händen einen quer vor den Bauch gelegten Unterarm der Person und ziehst sie rückwärts aus der Gefahrenzone, den Kopf möglichst an deinem Körper gestützt. Diesen Griff nur bei echter Gefahr anwenden – sonst gilt: nicht unnötig bewegen.
Helmabnahme bei Motorradfahrern
Bei einer bewusstlosen Person mit Helm musst du den Helm entfernen, um die Atemwege kontrollieren und beatmen zu können. Idealerweise zu zweit: Eine Person stabilisiert Kopf und Nacken von unten, die andere öffnet Visier und Kinnriemen und zieht den Helm vorsichtig in der Längsachse ab. Bist du allein, machst du es trotzdem – freie Atemwege haben Vorrang vor dem theoretischen Risiko einer Halsverletzung.